| Centralstation: Der Kreis schließt sich | |
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Festveranstaltung zum Thema "110 Jahre Stromversorgung in Darmstadt"
(ref.) "110 Jahre Stromversorgung in Darmstadt" hieß
das Thema einer Festveranstaltung im großen Saal der Industrie- und Handelskammer. Dazu
hatte der Technisch Wissenschaftliche Verband der Elektrotechnik, Elektronik und
Informationstechnik (VDE), sowie die HEAG Versorgungs-AG eingeladen.
Der Vorsitzende des VDE-Bezirksvereins Frankfurt, Christian Lamprecht, hob die
erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen VDE und seinem kooperativen Mitglied Heag hervor.
Anschließend ging Heag-Vorstandsvorsitzender Horst Blechschmidt auf die
veränderten Rahmenbedingungen ein, denen sich die Elektrizitätsbranche in ganz Europa
stellen müsse. Die Binnemarkttrichtlinie von 1997 sei in Deutschland im neuen
Energiewirtschaftsgestz umgestzt worden. Dieses Gesetz sehe die Öffnung der Märkte vor,
was seit einem Jahr einen Wettbewerb bis zum Tarifkunden nach sich ziehe. Blechschmidt
verdeutlichte, daß durch weitere Vorgaben wie den Wegfall der Gebietsmonopole eine
Situation entstünde, in der nur flexible Unternehmen überleben könnten. Auf diese
Entwicklung habe man sich in seinem Unternehmen eingestellt, so Blechschmidt.
Die vorausschauende Unternehmensausrichtung der Heag belegte der
Vorstandsvorsitzende unter anderem mit der Erschließung neuer Geschäftsfelder, wie einer
Entsorgungs- (EAG) und einer Telekommunikationstochter (Heag Media
Net). Auch Blechschmidt ging auf die Zusammenarbeit mit dem VDE ein
"Daraus ergibt sich mittelfristig eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und des
Ergebnisses." Darüberhinaus beklagte er einen Ingenieurmangel in
der Elektrotechnik. Eine Förderung des Ingenieurnachwuchses ist
notwendig. Auch in Zukunft wir die Heag Bedarf an hochqualifizierten Mitarbeitern
haben."
Abschließend führte Dr. Peter Engels vom Stadtarchiv in einem Diavortrag
unterhaltsam durch die Historie der Darmstädter Stromversorgung mit der Inbetriebnahme
des ersten Elektrizitätswerkes, der Centralstation, am 15. August 1888 bis zur heutigen
Entwicklung dar. Beigeordneter Ludwig Riedlinger, Erasmus Kittler, Professor für
Elektrotechnik an der Technischen Hochschulte, und Professor Wilhelm Strahringer,
Direktor der Heag nach dem Kriege, waren die Namen, die Marksteine in der
Elektrizitätsgeschichte der Stadt bedeuteten.
Engels schildert auch Wissenswertes über die Historie der
Stadtbeleuchtung und des strombetriebenen öffentlichen Personenverkehrs. auch noch heute
könne man in der Stadt Bauwerke aus der Vergangenheit der Heag betrachten, erinnerte Engels:
die denkmalsgeschützte ehemalige Umspannstation am Dornheimer Weg beispielsweise, die als
Bürgerzentrum hergerichtet wird, und natürlich die ehemaligen Kessel- und
Maschinenhallen, die heute das Herzstück des Einkaufzentrums Carree
bilden.
"Die Geschäfte der Stromversorgung kehrt gewissermaßen an ihren Ausgangspunkt
zurück, denn die ehemalige Heag-Maschinenhalle trägt sein vergangenem Jahr wieder den
Namen "Centralstation", schloss Dr. Engels seinen
kurzweiligen Vortrag.
Am 22. Februar referiert Dr. Dieter Schott von der TU Darmstadt über die
Geschichte der Elektrifizierung in Handel und Industrie zwischen 1890 und 1939. Beginn der
Veranstaltung in der Industrie- und Handelskammer ist 18.30.
Quelle, Auszug: Darmstädter Echo, 02.02.1999
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