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Siehe auch Internet
Siehe auch Future Net
Im Test: Internet 2
39.000 mal so schnell wie ISDN
Quelle:
Network Computing, Heft 3/1999
Im Test: Internet 2
Vieles wird über das Internet 2 gesprochen und einige
Gerüchte sind geradezu utopisch. Es handelt sich jedoch nicht um ein völlig
neues Internet, sondern um einen mikrokosmischen Spiegel der bestehenden
Internet-Archtitektur, der als Testumgebung entwickelt wurde. Es soll, wie ursprünglich
das heutige Internet, als Erweiterung des MBones als Universitäts- und
Wissenschaftsnetz fungieren.
Die Idee der beiden Hauptsponsoren, Nortel Networks und Cisco ist es, Technologien wie
Multicasting im neuen Umfeld zu testen. Falls irgendetwas nicht funktionieren sollte,
bleibt das eigentliche öffentliche Internet davon unberührt. Zudem ist die Archtitektur
identisch, also lassen sich neue Features auf einfache Weise im eigentlichen Internet
übernehmen. Die Internet-2- Entwickler arbeiten derzeit insbesondere an drei
verschiedenen Bereichen: Augmentation, sogenannte Busy-Signals oder
Besetztzeichen und Multicasting.
Augmentation:
Hier soll eine Methode zum Einsatz kommen, um zwischen Sprache und Video zu unterscheiden.
Die Entwickler arbeiten mit Boxen, die sie "Bandwidth-Broker" nennen.
Die Administratoren kommunizeren mit den Boxen über JAVA-Schnittstelle und übermitteln
eine Traffic-Priority-Policy. So wird beispielsweise Sprache mit einer anderen Priorität
über das Netz geschickt als die Video-Übertragung. Die Broker-Box kommunizeirt mit den
Routern, Switches und anderen Geräten, die das IP-Paket passieren muß. Letztendlich
erreicht das Paket den Edge-Router, der Video und Sprache unterschiedlich markiert.
Busy-Signals oder Besetztzeichen:
QoS-Fähige Netze kommen nur sehr schlecht mit Überlastungen des Netzes zurecht und
zwingen die Entwickler, Anwender und Planer zu einem Umdenken. Es existieren zwei
Methoden, um mit einer Überlastung umzugehen. Neue Verbindungen werden zugelassen und die
Qualität sinkt für alle Anwender. Dieser Zustand ist typisch
für das derzeitige Internet. Die zweite Möglichkeit ist es, neue Verbindungn nicht
zuzulassen und die Qualität für die bestehenden Verbindungen auf einem möglischst hohen
Stand zu halten. Dieses Verhalten ist typisch für das bestehende Telefonsystem. Es
zeichnet sich ab, daß dies in QoS-Anwendungen zum Einsatz kommt. Für viele Applikationen
kann es vorteilhafter sein, zeitweise mit einem Bestztsignal leben zu müssen, als mit
einer schlechten Verbindungsqualität.
Multicasting:
Über diese Technologie wird bereits sehr viel gesprochen. Die Idee dahinter ist, daß ein
System die genauen Empfänger im Detail kennen muß, wenn es Daten einmal an viele
Empfänger schickt. Multicasting ist eine Übertragung von einem an viele, wie
Radio oder Fernsehen. Die Endanwender stellen lediglich eine Station ein; im Falle des
Internet handelt es sich hierbei um einen virtuellen Kanal, beispielsweise einen Link
auf eine Web-Site. Die Internet-Entwickler konzentrieren sich auf QoS für Multicasting,
da eines der größten Nachteile des Internets weiterhin die mangelnde Bandbreite ist.
Derzeit debatieren sie, ob die niedrigste verfügbare Bandbreite als Gemeinsamkeit
genommen werden soll, da einige Bereiche des Internets über hohe Bandbreiten verfügen
und andere wiederum über sehr niedrige. Weitere Herausforderungen stelle die Algorithmen
dar, die das Multicasting abwickeltn, wie geroutet werden soll und wie für QoS für
zeitempfindliche Daten zu sorgen ist. Die Internet-2- Entwicklet haben bereits eine gute
Vorstellung von der notwendigen Architektur, aber es gibt noch bestimmte Fragen,
insbesondere bezüglich der Sicherheit, zu klären.
Informationsdienst
Wissenschaft (idw) - Pressemitteilung Forschungszentrum Jülich GmbH,
27.01.2000
39.000 mal so schnell wie ISDN - Abschlusskolloquium
würdigt "Gigabit Testbed West"
Übertragungsraten von 2,5 Gigabit pro Sekunde sollen noch dieses Frühjahr
der neue Standard für das deutsche Wissenschaftsnetz sein - Grund zum
Feiern für all jene, die das deutsche "Internet 2" auf seinen
(schnellen) Weg gebracht und in Form des "Gigabit Testbed West" mit Erfolg
erprobt haben. Während die Firma "Systemlösungen GmbH", Nürnberg, eine
100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom AG, das Breitbandnetz (B-WiN) gerade durch
das Gigabit-Netz (G-WiN) ersetzt, zieht ein Abschlusskolloquium im Forschungszentrum
Jülich eine positive Bilanz hinsichtlich des "Gigabit Testbed West": Vom 31.
Januar bis zum 1. Februar 2000 zeigen der Verein zur Förderung eines Deutschen
Forschungsnetzes (DFN-Verein), das GMD-Forschungszentrum
Informationstechnik Sankt Augustin und das Forschungszentrum Jülich die Möglichkeiten
auf, die das "Gigabit Testbed West" und damit das G-WiN bietet: Metacomputing -
das auf mehrere Super- computer verteilte Rechnen einer "Großaufgabe", wie zum
Beispiel Klimamodellierung; Holobench - die Raum greifende Visualisierung von Volumendaten
zum Beispiel aus dem Umweltbereich; Medienkommunikation - die Übertragung von
Video-Datenströmen in hoher Qualität und fast verzögerungsfrei. Mit seiner
Übertragungsrate von 2,5 Gigabit (Milliarden "Bit") pro
Sekunde ist das Gigabit Testbed West 39.000 mal so schnell wie ISDN. Seit August 1997
verbindet es das Forschungszentrum Jülich und das GMD-Forschungszentrum
Informationstechnik in Sankt Augustin bei Bonn. Die von den beiden Forschungszentren und
dem DFN-Verein von der damaligen o.tel.o (heute Mannesmann), angemietete
Glasfaserstrecke wurde zunächst mit 622 Megabit (Millionen "Bit") pro Sekunde
be-trieben und durchbrach im August 1998 mit 2,5 Gigabit pro Sekunde weltweit erstmals
die 1 Gigabit-"Schallmauer". 1999 wurden weitere Forschungseinrichtungen im
Köln-Bonner Raum an das "Giga-Kabel" angeschlossen: das Deutsche Zentrum für
Luft- und Raumfahrt in Köln-Porz, die Universitäten in Bonn und Köln sowie die
Kunsthochschule für Medien in Köln. Neben der Netztechnik wurden und werden vor allem
innovative Anwendungen erprobt, die auf schnelle Netze angewiesen sind: zum Beispiel das
Metacomputing, das auf mehrere Supercomputer verteilte Höchstleistungsrechnen. Die hohe
Geschwindigkeit beim Datenaustausch zwischen den Rechnern des Forschungszen-trums Jülich
(CRAY T3E, CRAY T90) und denen der GMD (IBM SP2, SUN E5000) im 110 Kilometer entfernten
Sankt Augustin macht es möglich, dass umfangreiche Rechenoperationen zwischen den
Computern hier und dort aufgeteilt werden können.
Über die Gigabit-Standleitung lässt sich mit Hilfe ausgeklügelter
Programme die Rechenleistung einzelner Supercomputer addieren. Dies ist hilfreich, wenn
sehr rechenintensive Computermodelle gefahren werden. Dazu zählen die verteilte
Berechnung von Klima- und Wettermodellen in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut
für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, die Ausbreitung von Schadstoffen im
Grundwasser, die Echtzeit-Auswertung von Magnetresonanztomographie- Untersuchungen des
menschlichen Gehirns und die gekoppelte Simulation von Strömungen und
Materialverformungen in
industriellen Anwendungen. Eine neue Technik der virtuellen Realität macht die
Simulationsergebnisse stereoskopisch und in 3D sichtbar: die so genannte
"Holobench" oder "Responsive Work-bench". Dabei werden die Daten, zum
Beispiel von der Ausbreitung eines Grundwasserschadens im Boden, gleichzeitig auf zwei
Bildschirme von Schreibtischgröße projiziert, die sich im rechten Winkel zueinander
befinden. In dem abgedunkelten Raum setzen sich die Betrachter dann eine so genannte
Shutter-Brille auf, die die Links- und die Rechtsansicht des Objekts in so schnellem
Wechsel zeigt, dass ihn der Betrachter nicht bemerkt. Durch die Kombination dieser
Techniken entsteht der Eindruck, dass das Objekt vor den
Projektionsflächen frei im Raum schwebt. Mit einem virtuellen Joystick kann der
Betrachter das Objekt drehen und wenden und so von allen Seiten ansehen. Durch das
Gigabit-Netz ist es möglich, die oft extrem aufwendige Berechnung der 3D-Darstellung auf
entfernten Servern durchzuführen und die Daten lokal anzuzeigen. Eine Allianz der ganz
besonderen Art entwickelte sich zwischen der GMD in Sankt Augustin und der Kunsthochschule
für Medien in Köln. Dabei entwickelten Künstler und Informatiker ein verteiltes
virtuelles Fernsehstudio. In diesem produzierten sie zusammen mit dem WDR eine
experimentelle Fernsehshow für Kinder. Die Sendung wird von einer Art Doppelfigur
geleitet und moderiert, die aus einer "realen" Fee und ihrem eigenwilligen,
virtuellen Schatten besteht. Über Hochgeschwindigkeits-Datennetze kann der virtuelle
Schatten, gespielt von einem Schauspieler, der in einem "Datenanzug" steckt, von
einem Ort außerhalb des Studios in Echtzeit mit der Fee kommunizieren, die sich ständig
von seinen Einfällen überraschen lassen muss. Auf dem Abschlusskolloquium am 31. Januar
erfährt die Multimedia-Potenz des Daten-Highway jedoch eine andere Anwendung, nämlich
die der Video-Konferenz. Mit-tels Videozuschaltung per Testbed werden Teilnehmer der
Tagung in Sankt Augustin die Jülicher Vorträge hören können. Umgekehrt wird auch ein
Vortrag aus der GMD nach Jülich übertragen. tgt
Silicon, 30.10.2002
DFN erreicht 10-Gigabit/s-Marke
http://www.silicon.de/x/311002/13.htm
Google holt den "Vater des
Internet"
Vint Cerf, einer der "Väter des Internet", wird
künftig als Lobbyist für Google arbeiten. Er werde zum 3. Oktober bei
Google als "Chief Internet Evangelist" antreten, heißt es in einem
Weblog der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers.
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/8/0,3672,2373288,00.html
Auszug
aus ComputerZeitung, 19. Sptember 2005
Spitzenforscher lenken den Blick auf sechs
Megatrends
Der Feldafinger Kreis fordert Handlungsempfehlungen für Wirtschaft,
Politik und Gesellschaft
Zusammen mit 100 Eperten hat der Feldafinger Kreis die Internettechnologien der Zukunft identifiziert.
Das Gremium zählt dazu selbstorganisierende Systeme, Webservices,
Softwareagenten, Smart Labels, das Grid-Computing und die
Peer-to-Peer-Kommunikation.
. . . .
USA droht EU
im Streit um Internet-Kontrolle
http://www.silicon.de/nl.php?id=193601
Internet-Gipfel in Tunis löst Streit um Netz-Aufsicht
16.11.2005
Kurz vor Auftakt des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft in Tunis haben die Vertreter
der 170 Teilnehmer- länder einen Kompromiss im langjährigen Streit um die Verwaltung und
Steuerung des Internet gefunden. Dies verlautete aus Diplomatenkreisen.
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/22/0,3672,2397046,00.html
Informationsdienst
Wissensch - idw - Pressem -Bayerische Julius-Maximilians-Uni Würzburg 26.07.2006
Experten aus aller Welt denken über die Zukunft
des Internet nach
Ob Fernsehen oder Telefonie: Das Internet soll immer mehr Kommunikationsanwendungen
bewältigen - und das mit einer Netzarchitektur, die vor 40 Jahren entwickelt wurde.
Experten sind sich einig, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.
Darum befasst sich eine internationale Tagung an der Uni Würzburg mit
Visionen für zukünftige Kommunikationsnetze.
"Um die zukünftige Struktur des Internet sinnvoll gestalten zu können, beginnen in
Nordamerika und Asien derzeit massive Förderkampagnen, welche die
Forschung auf diesem Gebiet vorwärts bringen sollen",
erläutert der Würzburger Informatiker Professor Phuoc Tran-Gia. Der Workshop an
der Uni Würzburg soll Wissenschaftlern dabei helfen, sich mit diesen aktuellen
Initiativen auseinanderzusetzen. Dazu werden acht
Experten aus den Initiativen sowie aus dem europäischen Elitenetzwerk EuroNGI ihre Sicht
auf die Entwicklung der Kommunikationsnetze in den kommenden 20 Jahren schildern.
Das EuroNGI (NGI steht für "Next Generation Internet") sponsert die Tagung in
Würzburg. Es wird von der Europäischen Union finanziert und soll die Kommunikation
zwischen insgesamt 60 Einrichtungen fördern, die in Sachen Internet-Forschung besonders
leistungsfähig sind. Der Würzburger Lehrstuhl von Tran-Gia gehört dem Netz an, aus
Deutschland sind weitere sieben Mitglieder dabei (Uni Bamberg, Uni Passau, Uni
Stuttgart, Uni Ulm, RWTH Aachen; außerdem die Firmen T-Systems Nova GmbH und InfoSim GmbH
& Co. KG).
Der "Workshop für Internet-Protokoll-basierte Netze" findet am
Montag und Dienstag, 31. Juli und 1. August, im Institut für Informatik der Uni Würzburg
am Hubland statt. Er versteht sich als Plattform für den Gedan- kenaustausch von
Vertretern aus Industrie, Universitäten und Forschungsinstituten. Über 80 internationale
Teilnehmer werden erwartet, die Tagungssprache ist englisch.
Die Organisatoren sind Phuoc Tran-Gia, Michael Menth, Kurt Tutschku und
Andreas Binzenhöfer aus der Informatik III. Veranstaltet wird der Workshop von
EuroNGI und der Informationstechnischen Gesellschaft im
VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik).
Weitere Informationen finden Sie unter http://www3.informatik.uni-wuerzburg.de/ITG/2006/
http://eurongi.enst.fr/en_accueil.html
Auszug aus NET, Heft
12/2006
Internet2
Wie die nächste Generation des Internet Fuß faßt
Das Internet 2 ist seit Mitte der 90er Jahre laufendes Projekt für ein
schnelleres Internet, basierend auf einem Glasfasser-Bakbone. Ziel war zunächst,
Übertragungsraten von bis zu 2,48 GBit/s zu schaffen; seit 2004 stehen allerdings bereits
10 GBit/s zur Verfügung. Das Projekt wurde 1997 u.a. von der University Corporation
for Advanced Internet Development (UCAID) sowie durch Partnerschaften mit Cisco
Systems, Nortel Networks und Qwest Communications initiiert. Heute sind 208
US-Universitäten, 60 Corporate Mitglieder (wie Ford und Johnson & Johnson), 40
allgemeine Partner sowie 45 internationale Partner mit dem Internet2 verbunden.
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