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Parlamentarischer Abend
Modularisierung von Ingenieur-Studiengängen


Bonn, 22.03.00
Die
IfKom sehen in der Aus- und Weiterbildung das wichtigste Feld zur besseren Vorbereitung auf die Informationsgesellschaft: DV- und Internetkompetenz sollten zu Pflichtfächern an Schulen werden
Zu einem Parlamentarischen Abend mit Bundestagsabgeordneten und Ministerialbeamten hatte die Alcatel SEL Stiftung auch die Technikverbände gestern nach Berlin eingeladen. Zusammen sollte beraten werden, welche vordringlichen Anliegen die Politik aufgreifen soll, um den steinigen Weg zur Informationsgesellschaft zu ebnen. In vielen Bereichen hat Deutschland einen beträchtlichen Rückstand gegenüber den Vereinigten Staaten. Neben einigen Feldern der Ordnungspolitik wurden Mängel im Bildungssystem deutlich. Es reicht nicht, die Schulen mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik auszustatten, wenn Lehrer im Bereich der Internetnutzung weniger kompetent sind als mancher Schüler. Dann stehen in den Schulen zwar Computer mit Onlineanschluß, aber sie werden nicht effektiv genutzt.
An einem Beispiel machte ein Bundestagsabgeordneter die hohen Kosten für den breitbandigen Internetzugang – er sprach von DM 30.000,- pro Jahr für eine Schule – dafür verantwortlich, daß es noch nicht im gewünschten Maße gelungen ist, multimediale Möglichkeiten im Unterricht einzusetzen. Nach Auffassung der IfKom wird darin jedoch deutlich, daß die Prioritäten noch immer falsch gesetzt sind, da diese Kosten weniger als eine Drittel Lehrerstelle für eine Schule bedeuten.
Die IfKom schlugen vor, Unterricht in DV- und Internetkompetenz zu Pflichtfächern an deutschen Schulen zu machen. Es ist von allen Seiten anerkannt, daß diese Kompetenzen für die Zukunft so wichtig sind wie Englisch oder Mathematik. Das muß sich auch in den Lehrplänen niederschlagen. Wenn es nur dem privaten Engagement überlassen bleibt, sich diese wichtigen Kompetenzen anzueignen, wird auch nicht der von Herrn Prof. Kubicek aufgezeigte Mangel zu beheben sein: Der Anteil der Hauptschüler, die das Internet nutzen, ist sehr viel geringer als bei Realschülern; und bei denen wieder geringer als bei Gymnasiasten. Er sieht darin auch eine Gefahr für das Nutzungspotential des Internets.
Die insgesamt 70 Teilnehmer zeigen, daß auch auf Seiten der Bundestagsabgeordneten großes Interesse am Thema Informationsgesellschaft besteht. Es gibt mittlerweile viele Initiativen im Bund und in den Ländern, die zu einem konzentrierten und energischen Vorgehen zusammengeführt werden sollten.
Benedikt Jerusalem


Informationsdienst Wissenschaft (idw) - Pressemitteilung
Friedrich-Schiller-Universität Jena, 23.03.2000

Modularisierung von Ingenieur-Studiengängen
Bund-Länder-Projekt diskutiert erste Ergebnisse am 29./30. März an der Uni Jena
Jena (23.03.00) Im Oktober 1998 startete die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) sechs Projekte zur Modularisierung von Studiengängen im Hochschulbereich. Eines dieser Projekte befasst sich mit der "Modularisierung von Studienangeboten in den Ingenieurwissenschaften". In diesem Projekt arbeiten acht Universitäten und Fachhochschulen aus fünf Bundesländern zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Modularisierung unter Einbeziehung informations- und kommunikationstechnischer Medien, Kreditpunktsysteme, die Einführung der international gängigen Abschlüsse Bachelor und Master sowie das hochschul- und fächerübergreifende Zusammenwirken in Netzwerken. "Die Universitäten Hannover, Jena, Weimar, Ilmenau und Clausthal sowie die Fachhochschulen Aachen, Hamburg und Ingolstadt wollen gemeinsam neue Wege in der akademischen Ausbildung gehen, die einerseits unterschiedliche Einstiegs- möglichkeiten entsprechend den Bildungsinteressen eröffnen und andererseits verschiedene akademische Abschlüsse erlauben", erläutert der Jenaer Psychologe Prof. Dr. Wolfgang Frindte. Die Federführung für dieses Projekt liegt bei der TU Ilmenau.
Am 29. und 30. März stellt das Projekt erste Arbeitsergebnisse in einem Workshop im Multimediazentrum der Friedrich-Schiller-Universität Jena vor. Der Workshop wird von Prof. Dr. Harald Knake und PD Dr. Jörg Bossert (Technisches Institut) sowie von Prof. Dr. Wolfgang Frindte und Michael Klassen (Institut für Psychologie) organisiert.
In acht Bereichen werden Vertreter verschiedener deutscher Hochschulen folgende Schwerpunkte bearbeiten und diskutieren: Organisatorische Bildung von Modulen; Qualifikationsspektrum der Studierenden; Hochschulwechsel, Studium, Beruf und lebenslanges Lernen; Internationalisierung; Studierendenbetreuung; Studienorganisation; Sozialwissenschaftliche Evaluierung; Virtuelle Hochschule/Gemeinsame Studiengänge.
Der Workshop beginnt am 29. März um 16.00 Uhr im Multimediazentrum der Universität Jena (Ernst-Abbe-Platz 8). Den Eröffnungsvortrag hält Dipl.-Ing. Michael Müller, DaimlerChrysler Corporate University, zu den Erfahrungen eines Wirtschaftsunternehmens mit neuen Ausbildungsmöglichkeiten und der Virtuellen Universität.
Die Tagung wird am 30. März ab 9.00 Uhr fortgesetzt mit der Vorstellung des Gesamtprojektes, Berichten aus den Arbeitsbereichen, Arbeitsgruppensitzungen mit Vorträgen der anderen BLK-Projekte und einer abschließenden Podiumsdiskussion. Tagungsende wird voraussichtlich um 16.00 Uhr sein.
Kontakt/Information/Projektkoordination:
Technische Universität Ilmenau
Dr. Petra Hennecke, Tel.: 03677/692644, Fax: 03677/691208 oder 691718
E-Mail: petra.hennecke@rz.tu-ilmenau.de
Projektinformationen im Internet unter:

http://www.tu-ilmenau.de/~blk


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