Die Technik muß sich dem
 Menschen anpassen

   Ingenieurkongreß der CDU bei der Telekom
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Auszug aus "Darmstädter Echo" vom  26. 10. 1998 (htm)
Die Technik muß sich dem Menschen anpassen - Ingenieurkongreß der CDU bei der Telekom
"Wir müssen vermeiden, daß andere die Märkte machen und wir die Gesetze", forderte Heinz Thielmann vom Forschungszentrum Informationstechnik der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung. Im Technologiezentrum der Der Deutschen Telekom hatten sich am Samstag Vertreter der CDU und Experten aus der Telekommunikation getroffen, um mit den geladenen Ingenieuren über den Standortfaktor und die Chancen und Risiken der Telekommunikation für den Arbeitsmarkt zu diskutieren.
Roland Koch, Landesvorsitzender der CDU Hessen, sieht in der Telekommunikation einen neuen bedeutenden Wirtschaftsbereich: "Für die weltweit arbeitsteilige Wirtschaft ist ein funktionierendes Telekommunikationssystem auf der einen Seite Voraussetzung, auf der anderen Seite ist die stetige Weiterentwicklung gleichzeitig Folge der globalisierten Wirtschaft." Er weis darauf hin, daß die Innovationen in Deutschland entstehen müßten und nicht irgendwo anders auf der Welt. Die Rahmenbedingungen zu schaffen - darin sieht er seine Verantwortung als Politiker.
"Jeder 20. Darmstädter ist bei der Telekom beschäftigt", sagte stolz Eckard Raubold, Leiter des Technologiezentrums der Telekom. Raubold beschrieb die Arbeit des Forschungszentrums, die darauf hinführe, die Telekommunikation zu vermenschlichen. Das heiße, die technischen Systeme sollten sich an die Fähigkeiten und Gewohnheiten der Benutzer optimal anpassen. So könne die Technik etwa zum elektronischen Einkauf benutzt werden. Oder auch Menschen mit Behinderungen helfen.
Über moderne Märkte und moderne Arbeitsplätze referierte Heinz Thielmann von der GMD. Die strittige Frage, ob durch die neuen Technologien mehr Arbeitsplätze entstehen als vernichtet werden, könnte jedoch niemand mit Sicherheit beantworten. Für Thielmann ist jedoch klar, daß sich "jede Art von traditionellem Markt im Netz entwickeln wird". Von Dienstleistungen über Informationen bis hin zum Gesundheitswesen und der Touristik sein alles möglich und machbar.
Wolfgang Gehrke, der CDU-Oberbürgermeister-Kandidat für Darmstadt, wieß in der abschließenden Podiumsdiskussion darauf hin, daß der Standort Darmstadt wegen seiner Lage und Struktur reizvoll sei. "Doch kann man in der zeit der Globalisierung überhaupt noch von Standorten sprechen? Und welche Bedeutung haben sie heute, wenn problemlos Experten auf unterschiedlichen Kontinenten via Internet zusammenarbeiten können?" fragte Hans Walter Jakobi von der Siemens AG. Doch Gehrke blieb bei seiner Meinung: "Genauso wie die Zeitung sich trotz der neuen Medien Rundfunk, Fernsehen und Internet behaupten kann, werden auch geographische Standorte weiterhin wichtig sein."

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